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Evaluation des Praktikums „Klassische Physik“

(kommentiert vom Praktikumsleiter)


->home                                                                                            letztes update: 08. Aug. 2019

SS19:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

Das P2-Praktikum im Sommersemester hat allen beteiligten (inclusive den Veranstaltern) offenbar besser gefallen als der vorherige Kurs. Es haben auch hier einige Betreuer „plagiats-verdächtige“ Passagen in Protokollen gemeldet, aber man konnte meist das Bemühen erkennen, durch wenige Veränderungen die eigene „Handschrift“ aufzuprägen.

Es wurde natürlich wieder der hohe Zeitaufwand kritisiert – ein Vorschlag zur Abhilfe war, die Zahl der Versuche von zehn auf acht zu reduzieren. Da aber schon mal in der Studienkommission der Aufwand von zehn Versuchen als „zumutbar“ abgesegnet wurde, wird es dabei bleiben. Es ist natürlich im Sommersemester etwas härter, weil das Praktikum wegen der vielen Feiertage bis zum Semesterende durchläuft, und dadurch die Lernphase für die Klausuren mitbelastet wird. Für den Donnerstagskurs wurde übrigens mit Rücksicht auf eine Klausur die Abgabefrist für das entsprechende Protokoll verlängert.

Ein Teilnehmer hat die Frage gestellt ob es möglich ist, sich seine Versuche zu wünschen. Da die Anzahl der Praktikumsplätze von der Anzahl der angebotenen Versuche abhängt, gibt es für die Organisation nur soviel Spielraum, wie es unbesetzte Plätze gibt. Mein Vorschlag: Bei der Web-Anmeldung kann (und sollte) man seinen Wunschpartner angeben. Da dies ein Freitext – Feld ist, könnte man auch noch einen Wunschversuch mit angeben (Die Auswahlmöglichkeiten sind dem Ablaufplan zu entnehmen). Bei der Gruppeneinteilung könnte ich das dann berücksichtigen.

Als Schlusssatz ein Kommentar, der mir natürlich am besten gefallen hat: „Schade, dass man nicht alle Versuche machen kann.“ J

 

WS18/19: Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise )

In diesem Semester sind ungewöhnlich viele Plagiate aufgefallen …

 

SS18:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

Wegen der seit dem vergangenen Jahr zurückgegangenen Teilnehmerzahlen im P2-Praktikum stehen entprechend weniger Betreuer zur Verfügung. Im letzten Sommersemester hatten wir das Praktikum an drei Tagen angeboten, was nur dadurch möglich wurde, das die Betreuer je zwei unterschiedliche Versuche (in verschiedenen Räumen) zu betreuen hatten. Von vielen Studenten wurde das so wahrgenammen, dass ein Betreuer immer dann nicht verfügbar war, wenn man ihn dringend brauchte, d.h. es gab viel Kritik.

In diesem Semester haben wir nur zwei Termine (Mo+Do) angeboten, so dass jeder Betreuer sich wieder auf einen Versuch (dreifach vorhanden) konzentrieren konnte. Der Wegfall des Dienstagstermins wurde nicht ein einziges mal bemängelt, so dass wir dieses Schema auch in Zukunft beibehalten werden.

Im Freitext wurde wieder mehrfach bemängelt, dass die Betreuer uneinheitliche Kriterien bei der Protokollbeurteilung anwenden: Das ist schwer abzustellen, da jedes Semester wieder einige neue Leute zur Praktikumsbetreuung verpflichtet werden, die erst nach einer gewissen Zeit mit der Praktikumslinie konform gehen.

Natürlich wurde auch wieder der hohe Zeitaufwand kritisiert – aber zumindest Einer hat explizit geschrieben, dass er den Zeitaufwand erträglich findet…

 

WS17/18: Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise )

Mittlerweile gibt es bei einigen Versuchen die Möglichkeit, die  per Computer erfassten Daten per Python-Script zu analysieren. Professor Quast hatte einiges an Zeit investiert Beispiel-Scripte zu erstellen, um die verschiedenen Datenquellen (Picoscope, Cassy etc) an die Analyse-Scripte anzupassen. In der Evaluation wurde geklagt, dass die Analyse des Resonanz-Versuchs trotzdem (oder vielleicht deswegen?) zu aufwändig ist.

Einige andere beklagten den Umfang einiger Literaturmappen, der schlanker gemacht werden sollte.

Die generelle Klage, dass das Praktikum vom Arbeitsaufwand zu umfangreich sei, wurde von zwei Teilnehmern mit Zeitangabe geführt: einer gab 25h/Woche an, ein anderer (15-20)h/Woche. Dieser Zeitaufwand ist tatsächlich zu hoch – auch wenn man berücksichtigt, dass das Semester noch einige Wochen hat, in denen das Praktikum nicht stattfindet. In einer früheren detaillierteren Evaluation ergab sich jedoch ein Mittelwert von <17h/Versuch. Daher betrachte ich die hier angegebenen Zahlen als „statistische Ausreisser“. Ich möchte bei dieser Gelegenheit mal wieder die Schulreform beklagen die dazu führt, dass die Schere zwischen den gut vorbereiteten und den weniger gut vorbereiteten Physikstudenten weiter auseinandergegangen ist. Daher müssen einige im Studium mehr Aufwand treiben als andere, um den Anforderungen in den Lehrveranstaltungen gerecht zu werden.

 

SS17:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

 

WS16/17: Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise )

In diesem Semester hatten zum erstenmal  die meisten Studenten schon Erfahrung mit Fehlerrechnung, weil die Vorlesung „Rechnergestützte Datenauswertung“ in das zweite Semester vorverlegt worden war. Ich konnte jedoch nirgendwo in der Evaluation einen Hinweis finden, ob sich das positiv (oder negativ) auf die Arbeit im Praktikum ausgewirkt hat. Die altbekannte Kritik, dass der Arbeitsaufwand zu hoch sei, kommt immer noch häufig vor.

 

SS16:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

Die Evaluation spiegelt die große Bandbreite der Teilnehmer einer Pflichtveranstaltung wider. Einige fühlten sich unterfordert, andere ächzten unter dem hohen Zeitaufwand. Erfreulicherweise gibt es aber auch einige, die das Praktikum mit “hat Spass gemacht” quittierten.

Der Operationsverstärker erhält (mal wieder) die geringste Zustimmung. Das Gros der Physiker ist offenbar nicht Elektronik-affin, denn auch im P1-Praktikum erkennt man die Unbeliebtheit solcher Versuche. Dennoch gehört Meßtechnik zum Handwerkszeug und viele Meßgeräte beinhalten Operationsverstärker.

Ein Teilnehmer schreibt, daß das Praktikum ihn förmlich zur Theoretischen Physik treibt. Es ist doch schön, daß das Praktikum schon im Grundstudium zu dieser Entscheidungsfindung beiträgt. Wer z.B. bei einem Wärmeversuch nicht die Geduld hat, 30 Minuten auf die Einstellung eines thermischen Gleichgewichts zu warten, wird als Experimentalphysiker nicht glücklich werden.

 

WS15/16: Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise )

Auch im P1 wurde jetzt keine ausführliche schriftliche Vorbereitung verlangt. Es gab schon im Laufe des Semesters Diskussionen mit Studenten und Betreuern, ob eine obligatorische schriftliche Vorbereitung nicht doch besser sei, weil manche Studenten offenbar einen gewissen Druck brauchen, um sich intensiv mit neuen Wissensgebieten zu beschäftigen. In der Evaluation gab es aber nur zustimmende Kommentare zum Wegfall der schriftlichen Vorbereitung. Meine eigene Beobachtung im Laufe des Semesters war, dass alle Studenten für sich selbst einiges zum Versuch schriftlich notiert hatten, was bei der Abfrage als Gedächtnisstütze verwendet wurde. Den Wissensstand fand ich allgemein etwas geringer verglichen mit den vorherigen Jahrgängen. Das liegt aber wohl eher an der Oberstufenreform (G8).

Auf die Frage, was an Vorwissen zum Praktikum gefehlt hat kamen Antworten wie:

·         Umgang mit Apparaturen und Software

·         Meßgerätekenntnisse

·         Datenauswertung, Fitprogramme

·         Fehlerrechnung

·         Schaltlogik

·         Latex

Da diese Punkte (außer dem letzten) aber gerade zu den Zielen des Praktikums gehören hoffe ich nur, dass alle Praktikumsteilnehmer am Ende des Semesters ihren Kenntnisstand deutlich erweitert haben. Für den Punkt „Datenauswertung“ ist ab kommendem Sommersemester eine neue Vorlesung „Rechnergestützte Datenauswertung“ vorgesehen, so dass die Versuchsauswertung in Zukunft etwas weniger zeitaufwändig ausfallen dürfte.

In der Evaluation gibt es auch die Frage, welches Thema man sich für einen neuen Versuch wünschen würde. Diejenigen, die „Thermodynamik“, „Interferenz“, „Radioaktivität“ vorgeschlagen haben können sich auf den zweiten Teil des Praktikums (P2) freuen, weil diese Themen dort behandelt werden. Der „Millikan-Versuch“ wird immer wieder mal genannt: der würde sicher gut ins Praktikum passen, aber er gehört zu der Kategorie von Versuchen, bei denen man viel Geduld und Fingerspitzengefühl aufbringen muss, um vernünftige Messdaten zu erhalten. Insbesondere diejenigen Gruppen, die mit einem solchen Versuch ins Praktikum starten müssen, würden wahrscheinlich nicht sehr froh sein…

 

SS15:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

In diesem Semester wurde zum erstenmal auf die Vorbereitung in schriftlicher Form verzichtet. Diese Massnahme wurde von vielen Praktikanten ausdrücklich positiv bewertet. Auch ich hatte den Eindruck, dass die mündlichen Abfragen jetzt besser abliefen als in den vergangenen Semestern, weil die Vorbereitungszeit mehr für Lerninhalte als für das Textschreiben genutzt wurde. Kritisiert wurde lediglich, dass in manchen Versuchsbeschreibungen noch eine schriftliche Vorbereitung vorausgesetzt wird – da müssen wohl noch ein paar Inkonsistenzen beseitigt werden.

Der sonst allgegenwärtige Kritikpunkt des “zu hohen Arbeitsaufwands” im Praktikum wurde diesesmal erfreulicherweise fast gar nicht mehr geäussert. Ausserdem hat mir gefallen, dass es (fast) keine negative Kritik an den Betreuern gab; stattdessen wurden einige explizit gelobt. Hier ist noch das Resultat der Zeiterfassung der selben Gruppe, die das schon im vergangenden Semester für P1 gemacht hat.

 

WS14/15: Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise )

natürlich ist auch in diesem Semester der hohe Arbeitsaufwand der häufigste Kritikpunkt. Ein Teilnehmer schreibt sogar sehr eindringlich, daß ich diese Kritik doch endlich annehmen soll, weil er mehr als 25 Stunden pro Woche für das Praktikum aufwenden musste. Dieser Zeitaufwand ist ohne Frage zu hoch (siehe auch die Zeitüberlegungen unte WS13/14). Ich hoffe nicht zynisch zu klingen wenn ich diesen Teilnehmer als nicht repräsentativ ansehe weil die meisten anderen konkreten Zeitangaben zwischen 12 und 18 Stunden pro Woche lagen – also noch im ECTS-Rahmen. Im Fragebogen kann man zwar eine Zeitangabe für Vor- und Nachbereitung ankreuzen, aber der größtmögliche Wert (>7 Stunden) trifft natürlich für (fast) alle Teilnehmer zu, so daß ich nur dann eine vernünftige Zahl erfahre, wenn jemand eine solche im Freitext nennt. Eine Gruppe hat akribisch buchgeführt, und mir ihre Daten zur Verfügung gestellt. Ausserdem gibt es noch die Zeitangaben aus der praktikumsinternen Umfrage vom WS11/12. Damals gab es ebenso wie heute eine große Schwankungsbreite. Der Mittelwert ist jeweils im ECTS-Rahmen. Die Frage steht im Raum, wieso einige Physikstudenten im dritten Semester deutlich mehr als zwanzig Stunden für die Erledigung eines Praktikumsversuchs aufwenden müssen. Ich kann nur spekulieren, daß einige Teilnehmer die Defizite eines schlechten Oberstufen-Physik-Unterrichts durch erhöhten Arbeitsaufwand abbauen müssen. Auf der anderen Seite haben immerhin mehr als 20% der Teilnehmer angekreuzt, weniger als sieben Stunden für Vor- und Nachbereitung zu benötigen (siehe unter 6. Allgemeine Fragen). Das ist im allgemeinen zu wenig, um Versuche ordentlich zu Ende zu bringen. Bei meinen Rundgängen durchs Praktikum habe ich erlebt, daß einige Teilnehmer schlecht vorbereitet waren. Ausserdem gibt es Praktikumsgruppen, wo ein Teilnehmer sich darüber beklagt, daß sein Partner sich nur unzureichend an der Fertigstellung des Protokolls beteiligt. Das spart natürlich Zeit. Ich wage zu behaupten, daß solche Leute dann aber auch nicht viel im Praktikum gelernt haben. Als letzte Bemerkung zum Thema Zeitaufwand möchte ich einen Teilnehmer anführen, der sagt, daß sein Leben nur noch aus „Praktikum“ bestanden hat, der diesen Arbeitsaufwand aber anerkennt und bestätigt, dass er etwas gelernt hat.

In der Evaluation wurden auch andere Dinge angesprochen. Ein Vorschlag, das Praktikum themenbegleitend zur Vorlesung ablaufen zu lassen wäre sicherlich eine Verbesserung; es scheitert aber daran, daß alle Apparaturen nicht nur dreifach sondern mehr als dreissigfach aufgebaut sein müßten, damit alle zum richtigen Zeitpunkt einen bestimmten Versuch durchführen können – was aber schon von den Räumlichkeiten gar nicht geht.

Mir hat der Vorschlag gut gefallen, schon am Ende des Vorsemesters die Vorbesprechung und die verbindliche Gruppeneinteilung durchzuführen, damit sich jeder schon in den Semesterferien auf seine Versuche vorbereiten kann. (Man könnte dann evtl. schon den Beginn des Praktikums in die Semesterferien legen um am Semesterende Zeit für Klausurvorbereitung zu schaffen.) Es gibt ein paar Argumente, die dagegen sprechen: Erstens wissen viele Studenten am Ende eines Semesters noch nicht, an welchen Wochentagen sie welche Vorlesungen hören müssen und entscheiden sich erst spät für einen Praktikumskurs. Zweitens gibt es zu Beginn des dritten Semesters häufig Studienplatzwechler, die noch ins Praktikum einsteigen wollen. Drittens (und dies ist ein starkes Kriterium) findet die Verpflichtung der Betreuer erst kurz vor Beginn des Semesters statt, so dass das Praktikum nicht früher starten kann. Von meiner Seite wäre es allerdings kein Problem, zumindest für P2 die Gruppeneinteilung unmittelbar am Ende von P1 zu machen, wenn dies mehrheitlich gewünscht wird.

Traurig fand ich die Bemerkung eines Praktikumsteilnehmers, daß das Praktikum unnötig für Lehramtler sei. Wie soll ein Lehrer die Freude am Experimentieren vermitteln, wenn es ihm selber langweilig wird, wenn er am Pendel bis zwanzig zählen muß!

Zum erstenmal kam diesmal der Kritikpunkt, daß die Protokolle reine Papierverschwendung seien, und daß man alles als pdf-Datei verschicken könne. Es mag sein, daß sich mittelfristig etwas ändern wird – zumal jetzt schon bei großen Experimenten die Laborbücher elektronisch geführt werden. Momentan ist das Protokoll ein Dokument, das vollständig und fristgerecht erstellt werden muß um die Studienleistung anerkannt zu bekommen. Sie wären möglicherweise auch unzufrieden, wenn Sie Ihre Bachelor- oder Masterurkunden als schnöde pdf-Datei zugesandt bekommen würden.

 

SS14:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

Diesesmal waren zum erstenmal auch Masterstudenten der Chemie unter den Teilnehmern, und es gab die Bemerkung, daß der Versuch “Operationsverstärker” für Chemiker nutzlos sei. Das lässt sich im nächsten Jahr wohl umgehen (obwohl auch in der Chemie elektronisch gesteuerte Prozessabläufe stattfinden).

Gleich zwei Praktikumsteilnehmer machten ihrem Unmut Luft, daß trotz permanenter Klage über den hohen erforderlichen Zeitaufwand immer noch keine Reduktion des Praktikums stattgefunden hat – indem sie diese Evaluation boykottierten. Da kann ich mir auch meine Antwort sparen – unter Verweis auf den Kommentar zum letzten Semester.

 

WS13/14: Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise )

Allmählich kommen mir einige der kritischen Bemerkungen der Praktikumsteilnehmer bekannt vor. Es herrscht große Einigkeit im Empfinden, daß der erforderliche Zeitaufwand für das Praktikum zu groß sei. Leider kann ich in diesem Punkt nichts tun außer zu widersprechen. In der Studienkommission wurde noch einmal die Bilanz der ECTS-Punkte vorgerechnet: Insgesamt sollen im Semester 30 ECTS Punkte erzielt werden, sechs davon im Praktikum. Ein ECTS Punkt entspricht einem Zeitaufwand von 30 Stunden, d.h. von einem Studenten wird eine Arbeitsleistung von 900 Stunden im Semester erwartet – 180 Stunden davon entfallen auf das Praktikum. Natürlich kann niemand eine vierzehnwöchige Vorlesungszeit mit 65 Stunden/Woche konzentriert durchhalten. Ein Teil der Semesterverpflichtungen kann in die vorlesungsfreie Zeit „ausgelagert“ werden, z.B. Klausur- oder sonstige Prüfungsvorbereitungen. Für das Praktikum müssen Sie den ECTS Rahmen so interpretieren: Wenn Sie keine Versuchsvorbereitung in die Semesterferien vorgezogen haben, dann sollten Sie 10 Wochen lang 18 Stunden pro Versuch für Vorbereitung, Durchführung und Protokollerstellung investieren, ohne andere Studienverpflichtungen zu vernachlässigen.

Es ist einfach Schade, daß viele Studenten offenbar stark auf ECTS Erfüllung schauen, und dabei die Inhalte ausser Acht lassen. Symptomatisch finde ich daß z.B. beim „Kreisel“ die Dauer eines Versuchsteils kritisiert wurde, weil eine halbe Stunde lang die Rotation zu messen war (bis zumStillstand) was als Zeitverschwendung empfunden wurde. Ein Lernziel des Praktikums ist aber, Sie auf zukünftige Experimente vorzubereiten und eine halbe Stunde Wartezeit für eine Messreihe ist allenfalls ein milder Vorgeschmack auf das, was Ihnen bevorsteht (z.B. das Davis – Solarneutrino - Experiment hatte eine über zwanzigjährige ununterbrochene Laufzeit).

 

SS13:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

Die Kritik der Studenten ist wie immer gemischt. Die Palette reicht von niederschmetternden Aussagen wie „Ich habe im Praktikum nichts gelernt und weiss auch nicht, was ich hätte lernen sollen“  bis zum Anerkennenden „weiter so“ und „ich freu mich schon aufs nächste Semester“. Glücklicherweise sind die total frustrierten Studenten nur eine kleine Minderheit. Fast alle fanden den Arbeitsaufwand zu hoch - das spiegelt sich in einem satten Rot bei den sogenannten Ampelfragen des Evaluationsbogens wider. Trotzdem wurde das Praktikum generell mit einer guten Note bedacht. Der Zwang, sich innerhalb kürzester Zeit in viele unterschiedliche und zum Teil noch ziemlich unbekannte Teilgebiete der Physik einzuarbeiten, bedeutet einen hohen Arbeitsaufwand, aber das so erworbene Wissen ist eine gute Grundlage für das weitere Studium – selbst, wenn beim Vorgespräch nicht alles abgefragt wurde, wie ein Kritikus bemängelte.

Konkrete Kritikpunkte waren: „Bei den Versuchen ist zu viel voreingestellt – man hat zu wenig Möglichkeiten, selbst zu experimentieren“; „In den Kernphysikversuchen wird zu viel mit CassyLab gearbeitet“; „Die Protokollerstellung ist reine Fleißarbeit“; „Die Betreuer stellen unterschiedliche Anforderungen ans Protokoll“; „Aus der Vorbereitung wird der Versuchsaufbau nicht immer klar“.

Zum ersten Punkt möchte ich entgegnen, dass dieses Praktikum als Pflichtveranstaltung für alle Studenten (>200!) im Grundstudium konzipiert ist. Denjenigen, die selbständig genug sind, Versuche „von null“ aufzubauen und erfolgreich durchzuführen, stehen genügend Teilnehmer gegenüber, die mit dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert wären (siehe den letzten Kritikpunkt). In jedem Semester gehen im Praktikum auch so schon teure Geräte zu Bruch, weil manche Studenten kein Gefühl für Geräte und Materialien haben. (Insbesondere Glas ist ein Material, dessen Zerbrechlichkeit nicht in Jedermanns Bewusstsein verankert ist.) Ein freies Experimentieren würde ich in Spezialveranstaltungen befürworten, wo eine Teilmenge der Studenten selbstgewählt ihren Neigungen nachgeht (z.B. im Elektronikpraktikum).

Der zweite Kritikpunkt steht in meinen Augen im Widerspruch zum ersten: In dem einen Versuch geht es darum, ein Gamma-Spektrum mit Hilfe eines NaJ-Detektors auszumessen und von den physikalischen Grundlagen her zu verstehen. CassyLab leistet dies, jedoch vermissen einige Studenten etwas Komfort, z.B. den der leichten Übertragbarkeit der Daten auf das eigene Laptop. Hier darf jeder selbst mit ASCII-Zahlen jonglieren. Würde das Datenaufnahmeprogramm alle Auswerteschritte selbsttätig durchführen, dann gäbe es bestimmt ein paar Studenten, die sich die Mühe ersparen würden zu überlegen, was das Programm eigentlich getan hat – womit der Lerneffekt zunichte wäre und ich obendrein noch die Kritik eines nutzlosen Versuchs zu hören bekäme.

Ein Student hat noch eine ganz interessante Anregung gebracht: Das Praktikum solle schon ab dem ersten Semester vorlesungsbegleitend stattfinden. Hier sehe ich das größte Problem in der Studienorganisation: Die Vorgabe der erforderlichen ECTS-Punkte pro Semester hat ja schon dazu geführt, daß das Praktikum relativ wenige Punkte in Anbetracht der hohen Arbeitsanforderungen zugeteilt bekam. Ein Teilpraktikum im ersten Semester würde die gefundene ECTS-Balance umkippen.

 

WS12/13: Evaluation-P1 (Diagramm, kursweise)

Der hohe Arbeitsaufwand ist auch in diesem Semester die am häufigsten genannte Klage. Einige Studenten schlagen vor, die Anzahl der Versuch zu reduzieren. Auch der Wunsch nach einem Blockpraktikum in den Semesterferien wird geäussert. Der Wunsch nach zwei Vorbereitungsmappen pro Gruppe wird nur noch selten (einmal) genannt. Da macht sich wohl die Schriftensammlung auf diesen Web-Seiten positiv bemerkbar. Allerdings wurden einige Literatursammlungen als zu umfangreich kritisiert – im Bachelor Studiengang fehlt bei vielen die Zeit um weiterführende Literatur zu lesen.

An zwei Betreuern wurde Kritik geäussert was das Engagement angeht – diese habe ich im direkten Gespräch weitergegeben und mir das Versprechen zur Besserung eingeholt. (-> Auch die Betreuer können einiges im Praktikum lernen.) Im Wesentlichen gab es aber sehr positive Kommentare zu den Betreuern. Eine ganze Reihe wurde konkret als „gute Betreuer“ tituliert, und die Frage nach der Qualität der Betreuer wurde mit „sehr gut“ beantwortet.

In diesem Semester wurden ein dritter Pendel- und zwei neue Elastizitätsversuche zum ersten mal in Betrieb genommen. Beide sind sehr positiv bewertet worden. Auch ein dritter Kreiselversuch ist neu im Praktikum. Wegen der großen Studentenzahlen wurde der Kreiselversuch vom P2-Praktikum ins P1-Praktikum umgesiedelt und hier wurde er auch sofort als beliebtester Versuch genannt. Er erfordert etwas Experimentiergeschick (= nicht langweilig), die Messergebnisse stimmen recht gut mit der Theorie überein (= ist cool) und ausserdem kann man verblüffende Effekte beobachten (= macht Spass).  --  Auf der anderen Seite der Beliebtheitsskala rangiert der Transistorversuch. Möglicherweise ist es im dritten Semester noch zu früh, ein elektronisches Bauteil so detailliert unter die Lupe zu nehmen. Allerdings zeigt die praktikumsinterne Umfrage vom letzten Wintersemester, dass der Transistorversuch absolut gesehen nicht so schlecht gegenüber den anderen Versuchen dasteht.

SS12:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )         (Die Auswertung der praktikumsinternen Umfrage)

Mehrere Studenten fanden das P2-Praktikum besser als P1. Offenbar sind die Versuche „interessanter“ bzw. „näher an der Vorlesung“. Da alle Teilnehmer ja schon durch das P1-Praktikum mit den Abläufen vertraut waren, wurde auch der Zeitwaufwand nicht mehr ganz so vernichtend angeprangert.

Erfreulich fand ich, dass der neue Versuch „Photoeffekt“ überwiegend gut bei den Studenten angekommen ist – mir ist natürlich klar, dass hierfür die Kürze der Durchführungszeit keine unwesentliche Rolle spielt J.

Es wurden leider auch einige (wenige) Betreuer kritisiert mit denen ich ein persönliches Gespräch führen werde. Im wesentlichen war man aber mit dem Engagement der Betreuer zufrieden, und die impliziten Belobigungen werde ich weitergeben.

Es ist ein interessantes  Phänomen, dass die Geräteaustattung bei der Frage nach dem Alterszustand  mit grosser Beharrlichkeit in Richtung „veraltet“ bewertet wird. Auch die Häufigkeit der Defekte wird von den Studenten stärker empfunden als von mir bzw. vom Technikerteam. Während leere Batterien und durchgebrannte Sicherungen aus meiner Sicht zum Experimentieralltag gehören (und keine „Defekte“ sind), muss ich den Ausfall des Hohlraumstrahlers in der letzten Praktikumswoche als „grösseren Defekt“ einordnen.

Im Vergleich zum Vorjahr sind inzwischen die meisten Vorbereitungsmappen „durchforstet“ und im Netz verfügbar gemacht: daher ist die diesbezügliche Kritik etwas verstummt.

WS11/12: Evaluation-P1 (Diagramm, kursweise)       (Hier geht’s zur Auswertung der praktikumsinternen Umfrage)

Diesesmal haben prozentual etwas weniger Studenten als üblich an der Evaluation teilgenommen.

Die Hauptkritik am Praktikum geht natürlich wieder gegen den hohen erforderlichen Arbeitsaufwand. Es wird argumentiert, dass das Praktikum mit 6 ECTS Punkten weniger einbringt als eine 4+2 Vorlesung mit Übung (->8 ECTS Punkte). Ich finde es Schade, dass die „bachelorisierung“ des Studiums den Fokus der Studenten weg von den Inhaten und hin zu den Punkten lenkt. Einer hatte z.B. kritisiert, dass er im Praktikum nochmals Stoff behandeln musste, der schon abgeprüft war(!) Für manche andere ist das Praktikum aber immer noch zu oberflächlich.

An der Organisation wurde kritisiert, dass Studenten mit Gruppennummern oberhalb Gruppe-26 mehrfach mit dem Halleffekt konfrontiert wurden – dies ist tatsächlich ungeschickt und wird ab nächstes Jahr entzerrt werden.

Die Beliebtheitsskala der Versuche wird wieder mit dem bekannten Trio „Lichtgschwindigkeit“, „Schaltlogik“ und „Aeromechanik“ angeführt. „e/m-Bestimmung“, „Oszilloskop“ und vor allem „Transistorgrundschaltungen“ sind jedoch gegenüber dem Vorjahr deutlich in Ungnade gefallen. Wenn ich die Evaluationsbögen richtig interpretiere, dann werden vor allem solche Versuche als unbeliebt genannt, bei denen etwas nicht richtig funktioniert hatte, oder bei denen etwas kaputt ging. Hier spielt es natürlich eine grosse Rolle ob ein erfahrener Betreuer von Anfang an darauf achtet, dass versuchs-typische Experimentierfehler vermieden werden, und dass die Studenten zügig die einzelnen Versuchsteile abarbeiten können.

SS11:   Evaluation-P2 ( Diagramm, kursweise )

Das P2-Praktikum ist - wie schon im letzten Jahr - im Ganzen reibungsloser abgelaufen als das P1-Praktikum. Der grösste Kritikpunkt war wieder der hohe Zeitaufwand. Als zweites wurden bessere Vorbereitungsmappen gewünscht.

WS10/11:   Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise )

Auch diesmal wurde das Praktikum wieder als „zu zeitaufwendig“ empfunden. Ein interessanter Vorschlag war, dem hohen Zeitaufwand durch mehr ECTS-Punkte Rechnung zu tragen.

Der Transistor-Versuch ist in der Beliebtheit etwas gestiegen – offenbar sind die neuen Oszilloskope und Frequenzgeneratoren hier positiv eingegangen.

Großen Einfluss auf die Beliebtheit eines Versuchs haben aber auch die Betreuer. Deren Gesamtbeurteilung war erfreulich gut.

SS10:   Evaluation-P2 ( Kurse Mo, Di, Do ) ( Diagramm, kursweise)

Das P2-Praktikum ist im Ganzen reibungsloser abgelaufen als P1 im vergangenen Semester. Man konnte sehen, das sich die Erfahrung aus P1 positiv auf die Arbeitsabläufe der Gruppen ausgewirkt hat. Insbesondere wurde fast immer der experimentelle Teil der Versuche deutlich vor Ende der Experimentierzeit abgeschlossen.
Dennoch ist der wesentliche Kritikpunkt am Praktikum-P2, dass der erforderliche Zeitaufwand als deutlich zu hoch empfunden wird.

Auch das Empfinden, dass die Apparaturen veraltert sind, konnte trotz massiver Investitionen nur geringfügig verbessert werden.

Es gab zwar wieder vereinzelt Kritik an Betreuern, aber die Gesamtbewertung für die Betreuer sieht sehr erfreulich aus.

Erfreulich ist, dass die Praktikumsziele (Kennenlernen von Messgeräten und Messverfahren, Auswerten, Fehleranalyse…) durchweg positiv beurteilt wurden.

WS09/10:   Evaluation-P1 ( Diagramm, kursweise)

Einige Kritikpunkte tauchen immer wieder auf: Insbesondere wird das Praktikum als „zu zeitaufwendig“ empfunden. Die Gerätschaften werden als „veraltet“ bezeichnet. Es gab auch Kritik an manchen Betreuern, die nicht immer einen souveränen Eindruck hinterließen.

      SS09:   Evaluation-P2 ( Diagramm )

WS08/09:   Evaluation-P1 ( Diagramm )